11. Juli 2007 von Klartext

Zu nah dran

bbü./ Daniela Eickenhorst und Daniel Kropf haben es getan. Sie haben sich auf dem Standesamt im bernischen Belp das Jawort gegeben. Die Braut trug ein (Kunst-?)Pelzjäckchen, der Bräutigam, dessen Vater übrigens nicht mehr lebt, aber zu Lebzeiten bei der Basler Sandoz gearbeitet hat, trägt einen Bart. Die Kropfs, wie sie nach der Hochzeit heissen, haben sich schon einmal getrennt, fanden aber wieder zusammen und feierten nun in der „Chämihütte“ ihr Hochzeitsfest.
Rasend interessant, nicht? Die Kropfs sind keine Promis, dennoch hat es ihre herzbewegende Liebesgeschichte in die Zeitung geschafft. Nicht in eine Zeitung der Region Belp, notabene, sondern in die „NZZ am Sonntag“. Dort gibt es seit einiger Zeit die Rubrik „Just married“, in der frisch verheiratete Paare ihre Geschichte, ihre Verwandtschaft und ihren Hochzeitsprozess ausbreiten können. Frau Hinz hat sich mit Herrn Kunz vermählt – und die NZZaS teilt ihrer LeserInnenschaft die Details mit.
Dass auf den meisten Zeitungsredaktionen momentan regelmässig die Rede davon ist, man müsse „näher an den Leser“, ist Fakt. Dass dies auch bei der NZZaS der Fall ist, ist eine Vermutung. Aber dass die NZZaS das so macht, ist eine Zumutung: Das, liebe NZZaS, ist definitiv zu nah dran.
Oder raffiniert. Denn Daniela Eickenhorst und Daniel Kropf haben sich, so das NZZaS-Berichtli, „im Internet“ kennen gelernt. Und die NZZ hat auf ihrer Homepage unter „Partnerschaft“ einen Link zur Partnerschaftsvermittlung parship.ch eingerichtet. Vielleicht gibts ja als Bonus für ein gelungenes Kennenlernen ein garantiertes Plätzli in der NZZaS.

Keine Kommentare zugelassen.

Aktuelles Heft:

EDITO Ausgabe: 6 | 2016
  • Wer der Beste im Land ist
  • Wie das Darknet Journalist-
  • Innen hilft
  • Was das Gutachten zur "Sub-
  • sidiarität" sagt
  • Wo Staatsgeld in die Medien fliesst
  • Wann Roboter für uns schreiben
  • Warum wir die Blase fragen
  • und anderes mehr