18. Mai 2010 von Nick Lüthi

Roger de Weck als Deus ex Machina

Bild: SRG/zvg

Damit hatte niemand gerechnet. Auf Armin Walpen folgt Roger de Weck als SRG-Generaldirektor. Heute Nachmittag hat der Verwaltungsrat den Publizisten und ehemaligen Chefredaktor von Tages-Anzeiger und Zeit zum neuen Generaldirektor von Schweizer Radio und Fernsehen gewählt. Roger de Weck tritt seine Stelle am 1. Januar 2011 an.

Die Wahl kommt einigermassen überraschend, drehte doch der Name de Wecks nicht auf dem Kandidatenkarussell mit. Als Interessenten für den Posten bekannt waren lediglich Hanspeter Rohner (Publigroupe) und Filippo Leutenegger (FDP). Den Namen des von den Medien als Mister X gehandelten dritten Manns vermochten die zuständigen Gremien der SRG und andere Insider bis zur Wahl geheim zu halten. Auch wenn der nun Gewählte für den Posten durchaus valabel erscheint, so bleibt dem Wahlprozedere etwas Unwürdiges anhaften. Dass es sich eine Institution, die massgeblich von ihrem Publikum finanziert wird, leisten kann, eine Chefwahl à la Papstkür zu inszenieren, wirft ein bezeichnendes Licht auf die SRG. Man wird den Verdacht nicht los, dass es sich um ein abgekartetes Spiel handelt: Rohner und Leutenegger werden als Schiessbudenfiguren verheizt, während die Deweckianer ihren Mann still und im Geheimen in Stellung fahren.

  1. Martin sagt:

    Immerhin muss nun nicht mehr diskutiert werden, wo die SRG politisch steht: Links, heimatmüde und EUphorisch … eine Diskussion weniger! :)

  2. [...] (medienspiegel.ch, Diskussion) Wahl des neuen SRG-Chefs spaltet Parteien (sf.tv, inklusive Videos) Roger de Weck als Deus ex Machina (klartext.ch, Nick Lüthi) var flattr_wp_ver = '0.71'; var flattr_uid = '418'; var flattr_cat = [...]

  3. [...] de Weck. Sein Name war in den letzten Monaten nicht gehandelt worden. Zufall? Es gibt Stimmen, die von einem abgekarteten Spiel sprechen und einen Vergleich mit der Papstwahl [...]

  4. [...] (medienspiegel.ch, Diskussion) Wahl des neuen SRG-Chefs spaltet Parteien (sf.tv, inklusive Videos) Roger de Weck als Deus ex Machina (klartext.ch, Nick Lüthi)  Elitisten küren Roger de Weck zu ihrem Papst (ronniegrob.com, Ronnie [...]

Aktuelles Heft:

EDITO Ausgabe: 1 | 2016
  • Lokaljournalismus in Muri,Schwyz, Frutigen, Wohlen, Wattwil, Sursee und St. Moritz
  • Zahlen zu den Lokalen
  • Quellenschutz und Telefonüberwachung
  • Die SRG hat sich verrechnet
  • Der "gmögige" Pascal Hollenstein
  • und anderes mehr