8. März 2010 von Bettina Büsser

Expansion über den Berg

Nach dem Vorbild der «Jungfrau Zeitung» im Berner Oberland entsteht im angrenzenden Ob- und Nidwalden ein neue «Mikrozeitung». Sie will sich als Alternative zu den Lokalausgaben der «Neuen Luzerner Zeitung» positionieren.

Zeitungsverleger Urs Gossweiler aus Brienz im Berner Oberland ist begeistert. Was er seit Jahren angestrebt hat, soll im nahen Nid- und Obwalden Realität werden: die erste «Mikrozeitung» neben Gossweilers eigener «Jungfrau Zeitung». «Dort, wo die Leute vor 700 Jahren begriffen haben, dass man aus der Adelsknechtschaft heraus ein neues Staatskonstrukt entwickeln muss, haben die Leute heute auch begriffen, dass man ein neues Medienkonstrukt entwickeln muss», schwärmt der Berner Oberländer Verleger; es sei für ihn «eine Riesenehre».

Online gratis, Papier kostet
Wie die «Jungfrau Zeitung» soll sich die «Obwalden und Nidwalden Zeitung» (ONZ) auf lokale und regionale Themen konzentrieren: «Sie erscheint online, mit einem Format für Handy und iPhone, und zweimal wöchentlich kommt sie als Printausgabe. Wir gehen davon aus, dass die Printausgabe trotz des Gratis-Online-Angebots abonniert wird. Denn die Zeitung wird so lokal sein, dass die Leute gewisse Artikel aufbewahren oder auf Papier lesen wollen», sagt Marlène Wirthner-Durrer, Vizepräsidentin der Obwalden und Nidwalden Zeitung AG und Präsidentin der Gesellschaft Nidwaldner Volksblatt. Diese setzt sich für die Lokal- und Regionalmedien in Nidwalden ein, zuletzt für das «Nidwaldner Wochenblatt», das letzten Sommer eingestellt wurde. «Nun nehmen wir wieder einen Anlauf», sagt Wirthner-Durrer.
Bei dem neuen Anlauf dachte man diesmal über Nidwalden hinaus – bis nach Obwalden. Dort präsentiert sich die Mediensituation zwar ähnlich, aber ein gemeinsames Vorgehen ist nicht selbstverständlich: Die beiden Halbkantone verstehen sich aus sehr langer Tradition, die mindestens bis in die Zeit der Helvetischen Republik Ende des 18. Jahrhunderts zurückreicht, nicht besonders gut. So scheiterte denn auch Ende des 20. Jahrhunderts der Versuch, ein gemeinsames Spital für Ob- und Nidwalden einzurichten. «Natürlich gibt es eine Rivalität zwischen den beiden Kantonen», sagt Wirthner-Durrer. «Die Zusammenarbeit zwischen ihnen hat nicht immer gut funktioniert. Doch bisher haben wir positive Rückmeldungen, von beiden Seiten.»
Nach dem ersten Anstoss ging es ziemlich schnell: Die Gesellschaft Nidwaldner Volksblatt und Unternehmer aus Obwalden trafen sich im November mit Urs Gossweiler, innert vierzehn Tagen war eine erste Nullnummer bereit, mitsamt Website und Mobile-Channel. «Alles war da», kommentiert Gossweiler. «Wir wussten, dass wir gut sind, aber das hat uns selbst etwas überrascht.» Noch im letzten Jahr wurde eine Aktiengesellschaft gegründet; im Verwaltungsrat sind neben Wirthner-Durrer der Obwaldner Unternehmer Thomas Gasser, der Nidwaldner Rechtsanwalt Armin Durrer und Urs Gossweiler. Zwischen der ONZ AG und der Gossweiler Media AG wurde eine Lizenzvereinbarung unterzeichnet.

Keine Mehrheitsaktionäre
Momentan arbeitet der frühere Redaktionsleiter des NLZ-Kopfblatts «Neue Nidwaldner Zeitung», Werner Flury,­ an einer zweiten Nullnummer, die Mitte Februar in alle Haushalte Ob- und Nidwaldens verteilt wird. «Damit machen wir die Leute auf das Projekt aufmerksam und suchen weitere Aktionäre», sagt Wirthner-Durrer. Denn das bisherige Kapital von 105’000 Franken­ soll auf drei Millionen Franken anwachsen. «Es wird für Investitionen, aber auch für die Anlaufphase­ gebraucht werden, damit die ONZ sich mit der nötigen Ruhe auf dem Markt einführen kann», erklärt Gossweiler, der auch von der geplanten Struktur schwärmt: «Man will keinen Aktionär,­ der mehr als 250’000 Franken Kapital zeichnet, also keine Mehrheitsaktionäre. Und der einzige publizistische Einfluss, den die Verleger nehmen können, ist die Auswechslung des Chefredaktors.» Nach einem Chefredaktor wird im Moment gesucht. Die ONZ AG ist laut Wirthner-Durrer «im Auswahlverfahren», doch definitiv entscheiden könne man eigentlich erst, wenn feststehe, dass das Aktienkapital zusammenkomme. Dafür hat man sich bis Ende März Zeit gegeben.
Die Redaktion wird mit acht Vollzeitstellen dotiert, dazu kommen Freie; Standort der Redaktion ist Alpnach. Ein Verkaufsteam muss ebenfalls aufgebaut werden, denn die ONZ soll in Eigenregie vermarktet werden. «Das komplette Team wird am ersten April zusammen sein, am Abend des 22. April werden Online- und Mobile-Channel bereitstehen und am 23. April erscheint die erste gedruckte Zeitung», sagt Urs Gossweiler – und denkt gleich weiter: «Die Zielsetzung ist natürlich, dass die Geschichte über Ob- und Nidwalden hinaus weitergeht. Daran hat auch die ONZ Interesse. Denn je mehr multimediale lokale Plattformen eine Lizenz haben, je mehr Lizenzgebühren in die Entwicklungsabteilung nach Brienz fliessen, desto schneller und besser wird das System weiterentwickelt.»
Doch zuerst müssen die Ob- und NidwaldnerInnen zeigen, ob ihnen eine Alternative zu den Lokalausgaben der «Neuen Luzerner Zeitung» wirklich drei Millionen Franken wert ist. «Ich bin nicht sicher», sagt eine Nidwaldner Medienbeobachterin. «Aber es hat zumindest Leute mit Geld hier – schliesslich sind wir steuergünstig.»

5. März 2010 von Helen Brügger

Fusionsnachwehen

Ein Urteil des Bundesgerichts und offene Strukturfragen machen dem frisch fusionierten Westschweizer Radio und Fernsehen RTS zu schaffen.

Gilles Marchand, Direktor des frisch fusionierten Westschweizer Radios und Fernsehens RTS, sucht nach Worten, um das Urteil des Bundesgerichts zu qualifizieren, das im Streit zwischen dem französischen Sender M6 und dem Westschweizer Fernsehen entschieden hat, und sagt schliesslich: «Enttäuschend und beunruhigend.» Nach acht Jahren Hin und Her ist die Sache nun definitiv: M6 darf in der Westschweiz sowohl Programme als auch ein Werbefenster verbreiten, ohne dass der Sender damit Exklusiv-Ausstrahlungsrechte der SRG verletzt. Die Werbeeinnahmen des Schweizer Fensters von M6 werden auf brutto 50 Millionen Franken geschätzt, die den einheimischen Medien entgehen. Und nach dem Urteil könnte auch der mächtige französische Privatsender TF1 versucht sein, mit einem Schweizer Werbefenster über die Grenze zu grasen.
Für Gilles Marchand ist klar, dass das nicht ohne Folgen bleibt. «Zunächst bedeutet die Konkurrenz aus Frankreich einen starken Druck auf die Werbepreise, der auch die Lokalsender betrifft.» Weiter könnte es zu einem Transfer der Werbung in Richtung ausländische Werbefenster kommen – «in einer Höhe, die ich vorderhand noch nicht beziffern kann, die aber auch die Printmedien in Mitleidenschaft zieht».
Marchand fühlt sich als Rufer in der Wüste: «Ich versuche seit Jahren ohne grossen Erfolg, Privatsender und Verleger auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Ich fürchte, dass die Verleger den Umfang des Problems erst erkennen, wenn sie direkt betroffen sind.» Noch weiss man bei RTS nicht, wie es nach dem Urteil aus Lausanne weitergeht: «Wir prüfen mit unseren Juristen weitere Schritte.» Sicher ist, dass die SRG in Zukunft die Rechtsinhaber von Sendungen und Serien «auf den exklusiven Charakter unserer Verträge aufmerksam machen» will. Dies vor allem, was die Übertragungsrechte im Sport betreffe.
Das Urteil aus Lausanne ist ein harter Schlag für die frischgebackene RTS, die sich in den nächsten fünf Jahren gerne auf den heiklen Umbau zum konvergenten Medium konzentriert hätte. Zwar bleiben die Haupt­standorte Lausanne und Genf erhalten. Auch können Radio und Fernsehen weiter auf eine eigene Chefredaktion zählen. «Wir haben das Projekt eines Newszentrums studiert, aber aus Kostengründen darauf verzichtet – es hätte mehr als zwanzig Millionen Franken gekostet.» Bleibt noch die Frage der übergeordneten Newsleitung, an der sich Bedenken wegen eines Verlusts der publizistischen Vielfalt festmachen. Nachdem Fernsehdirektor Marchand zum Direktor von RTS erkoren wurde, erwartete man die Nomination von Radio-Chefredaktor Patrick Nussbaum zum Nachrichtenchef des fusionierten Unternehmens.

Eine glückliche Wahl
Doch Marchand hat eine überraschende Karte ins Spiel um die Newsleitung gebracht: den abtretenden Chefredaktor der Zeitung «Le Temps» (vgl. Seite 27). Jean-Jacques Roth gilt als unabhängig und konsensfähig, kommt von aussen und kann nicht der Parteilichkeit zugunsten des einen oder andern Mediums verdächtigt werden. Eine glückliche Wahl, wie die zurückhaltenden Reaktionen aus Politik und vonseiten des Personalverbandes SSM zeigen: Man werde Roth nach seinen Taten beurteilen, lautete der allgemeine Tenor. Roth selbst versichert, dass er seine Aufgabe nicht in der Tagesaktualität, sondern im strategischen Bereich sehe und sich «als Hüter der Vielfalt» verstehe.
«Für uns sind nicht Personen das Problem, sondern Strukturen», sagt SSM-Sekretärin Valérie Perrin. Die Personalvertretungen von Radio und Fernsehen sind sich einig: Die Medienkonvergenz sei bisher nichts als eine Leerformel. Sie verdächtigen Marchand, durch die Fusion vor allem eine «kritische Masse» erreichen zu wollen, die sozialverträglichere Restrukturierungen erlaubt. Das sieht Marchand anders: Dank der Konvergenz werde man effizienter ins Programm investieren und trotz schwierigerem Werbeumfeld an Qualität, Einfluss und Durchschlagskraft gewinnen.

Alle fühlen sich schlecht vertreten
Ob Marchand recht hat oder nicht, wird die Zukunft zeigen. Im Moment herrscht sowohl beim Radio als auch beim Fernsehen ein Malaise. In Lausanne bemängelt man, dass nur drei Leute in der achtköpfigen Direktion vom Radio kommen, zudem seien die inhaltlich wichtigen Posten alle von Fernsehleuten besetzt. Umgekehrt heisst es beim Fernsehen, in der RTS-Direktion sässen zu wenig Leute, die etwas vom Fernsehmachen verstehen würden – selbst Gilles Marchand interessiere sich primär für Verbreitungskanäle, nicht für das Medium Fernsehen. Marchand hält dem entgegen, dass er sein neues Unternehmen nicht mit «Trägern des einen oder andern Kittels» aufbauen wolle. Seine Wahl sei durch die Kriterien «Kompetenz, Alchemie und Gleichgewicht» bestimmt. Ausserdem komme sein Führungsteam mehrheitlich «aus den Bereichen Programm oder Inhalt».
Dass die Chemie im neuen Führungsgremium stimmt, ist wichtig für Marchand. Denn er will sich auf ein «pragmatisch und effizient zusammenarbeitendes Team mit einem gemeinsamen Projekt» abstützen. Doch genau dies kritisiert ein Insider: «In der RTS-Leitung sitzt niemand, der Gilles Marchand entgegentreten kann. Das macht das Projekt Konvergenz zum Projekt Marchand.»

1. März 2010 von Klartext

«Die Leser haben uns zum Handeln gedrängt»

Bild: Dominique Meienberg

«K-Tipp»-Verleger René Schuhmacher macht erfolgreich Politik: Das Referendum gegen den Umwandlungssatz der Pensionskassen lancierte der Jurist und Journalist zusammen mit seinen Konsumentenzeitschriften.

KLARTEXT: Mit Ihren Konsumentenzeitschriften «K-Tipp», «Saldo», «Gesundheitstipp» und weiteren sind Sie mehrfacher Lesermillionär, Sie verwalten ein kleines Verlagsimperium – dennoch kennt man Sie kaum. Woher diese Zurückhaltung?
René Schuhmacher: Ich dränge mich nicht in die Öffentlichkeit. Ich fühle mich in diesem Sitzungszimmer wohler als auf einem Podium. Der Verleger interessiert die Leser nicht. Die Leute interessieren sich für das, was in der Zeitung steht.

KT: Zurzeit ist Ihr Name präsenter als auch schon, weil Sie das Referendum gegen den Umwandlungssatz bei den Pensionskassen mit lanciert haben, über das am 7. März abgestimmt wird. Weshalb suchten Sie hier die Öffentlichkeit?
Schuhmacher: Wir entschieden im Dezember 2008, das Referendum zu ergreifen, nachdem das Parlament die Rentenkürzung definitiv beschlossen hatte. Es waren die Leser, die uns zum Handeln gedrängt haben. Sie haben gesagt: «Ihr schreibt immer nur, macht doch endlich mal was.»

KT: Weshalb sind Sie ausgerechnet bei diesem Thema politisch aktiv geworden?
Schuhmacher:: Sozialversicherungen wie Versicherungen überhaupt gehören zu unserer Kernkompetenz. Unsere Konsumenteninfo AG hat 1992 den ersten Pensionskassenratgeber der Schweiz heraus­gegeben, geschrieben von Hans-Ulrich Stauffer, selbst Gründer und Verwalter einer Pensionskasse. Wir sind also überhaupt nicht pensionskassenfeindlich, wie uns jetzt zum Teil unterstellt wird in dieser Kampagne, die gegen uns läuft. Der Ratgeber wurde bis heute über 120’000-mal verkauft.

KT: Ist es Zufall, dass der Grossversand des «K-Tipp» ausgerechnet mit jener Ausgabe erfolgte, die das Abstimmungsdossier enthielt?
Schuhmacher:: Es war kein Zufall, wir erhöhen jedes Jahr im Januar die Auflage, um Neuleser zu finden.

KT: Ihre Leserschaft hat nun gesehen, dass sie ein Referendum zustande bringt. Folgt als Nächstes eine Initiative?
Schuhmacher:: Es ist nichts geplant, aber auch nichts ausgeschlossen. Theoretisch wäre es beispielsweise denkbar, die Zulässigkeit von Parallelimporten via Initiative einzufordern, wenn sie nicht schon vorher von den politischen Gremien in die Wege geleitet wird. Aber wir haben überhaupt keine Strategie, immer wieder aufs Neue politisch aktiv zu werden.

KT: Zu Ihrem politischen Engagement hielt Medienredaktor Rainer Stadler in der NZZ unlängst fest: «Am besten wäre es ohnehin, wenn gar keine Medien als Vehikel für politische Kampagnen verwendet würden. Solches zählt nicht zu ihren Aufgaben.» Weshalb sehen Sie das anders?
Schuhmacher:: Wir sind nicht die Ersten, die sich aktiv politisch einmischen. Ich denke etwa an die «Beobachter»-Initiative in den 1980er-Jahren. Sogar die politisch unverdächtige «Annabelle» forderte mit einer Petition, dass die Dienstwaffen nicht mehr zu Hause, sondern im Zeughaus aufbewahrt werden sollen. Daran hat niemand Anstoss genommen, auch die NZZ nicht. Bei der aktuellen Abstimmung um den Umwandlungssatz geht es aber um sehr viel Geld. Wohl deshalb wird so scharf auf uns geschossen.

KT: Noch schärfer geschossen wird aber auf den «Kassensturz» von SF wegen seiner Partnerschaft mit dem «K-Tipp».
Schuhmacher:: Diese Zusammenarbeit kann man durchaus thematisieren. Aber dann darf man die Medienpartnerschaften von SF mit Ringier, Tamedia, Axel Springer etc. nicht vergessen. Es ist eine berechtigte Frage, wie weit das öffentlich-rechtliche Radio und Fernsehen solche Partnerschaften eingehen sollen. Was mich stört: Die Versicherungswirtschaft behauptet, SF sei wegen der Partnerschaft mit dem «K-Tipp» nicht mehr politisch neutral. Ich frage mich, ob das Fernsehen wirklich neutral ist, wenn ich vor jeder Abstimmung sehe, wie ein Bundesrat oder eine Bundesrätin mir sagt, wie ich abzustimmen habe.

KT: Die Versicherungslobby hat erreicht, dass SF-Direktor Ueli Haldimann sein Mandat als Verwaltungsrat Ihrer Konsumenteninfo AG niederlegte, das er aufgrund der Kooperation von «Kassensturz» mit dem «K-Tipp» bekleidete.
Schuhmacher:: Das ist sicherlich ein Verlust für uns. Ueli Haldimann ist ein hervorragender Journalist mit viel Print-Erfahrung, und dieses Wissen hat er im Verwaltungsrat eingebracht. Dass Haldimann zu Unrecht ins Visier geraten würde, war für uns nicht voraussehbar. Die Hintergründe werden immer klarer: Jetzt will ja die Versicherungswirtschaft den Elvia-Chef als Kandidaten um die Nachfolge von SRG-Generaldirektor Armin Walpen ins Rennen schicken. Offenbar wollen die das Schweizer Fernsehen bei dieser Gelegenheit gleich übernehmen …

KT: SF hat auch bekannt gegeben, die Koopera­tion zwischen «K-Tipp» und «Kassensturz» zu überprüfen. Worum geht es?
Schuhmacher:: Gespräche führen wir immer dann, wenn sich aus der Alltagsarbeit gewisse Fragen ergeben. Bei den aktuellen Gesprächen geht es um die Gestaltung der beiden Seiten im «K-Tipp», für die der «Kassensturz» die redaktionelle Verantwortung trägt. Zudem reden wir über finanzielle Fragen.

KT: Was bringt die Partnerschaft mit dem «Kassensturz»?
Schuhmacher:: Für die Leser und Zuschauer bringt es mehr Kompetenz in Konsumentenfragen, weil zwei erfahrene Redaktionen zusammenarbeiten. Fernsehen und Print haben unterschiedliche Stärken. Der «Kassensturz» polarisiert stärker als der «K-Tipp». Das liegt an der Wirkung der Fernsehbilder, die stärker emotionalisieren als eine Zeitschrift, die so trocken daherkommt wie der «K-Tipp». Was die Zusammenarbeit den Partnern wirtschaftlich bringt, ist schwer zu sagen.

KT: Die Auflagen Ihrer Zeitschriften sind in den letzten Jahren mehrheitlich geschrumpft.
Schuhmacher:: Das stimmt nicht ganz. Die Auflage von «K-Geld» ist bis heute stets leicht gestiegen, im letzten Jahr auch die Auflage des «K-Tipp». Aber es ist viel schwieriger als in den Neunzigerjahren, die Auflage zu erhöhen, da die Neuabos viel teurer geworden sind. Für uns als Kleinverlag ist klar, dass wir in erster Linie die Finanzen im Lot halten müssen. Auch wenn wir den Ehrgeiz, möglichst hohe Auflagen zu erreichen, nicht mehr befriedigen können. Wichtiger ist uns als Non-Profit-Unternehmen der Service public: kompetente Information zu tiefen Preisen. Der «K-Tipp» soll so günstig sein, dass ihn jeder Haushalt in der Schweiz bezahlen kann.

KT: Ist jede Ihrer Zeitschriften selbsttragend oder subventionieren die grossen Titel die kleinen?
Schuhmacher:: Grundsätzlich erscheint jeder unserer Titel so lange, wie die Leser dafür bezahlen. Wir verzichten auf Quersubventionierung. Unsere Zeitschriften sind zu 92 Prozent von den Abonnenten bezahlt, «Saldo» sogar zu 100 Prozent. Ursprünglich habe ich für jeden Titel eine eigene AG gegründet: die Konsumenteninfo AG für den «K-Tipp», Pulsmedia für den «Puls-Tipp» und so weiter. Heute sind aus administrativen Gründen alle Titel in der Konsumenteninfo AG zusammengefasst. Ab und zu kommt es vorübergehend zu einer Querfinanzierung, aktuell etwa beim neu lancierten «Kulturtipp», der in diesem Jahr wohl noch rote Zahlen schreiben wird. Das «Radiomagazin», Vorgänger des «Kulturtipp», hätte eingestellt werden müssen, wenn man weitergemacht hätte wie bisher. Die Leserschaft schrumpfte von Jahr zu Jahr.

KT: Im «K-Tipp» finden sich Inserate, in «Saldo» nicht. Weshalb?
Schuhmacher:: Dass wir im «K-Tipp» Inserate haben, hat mit den Produktetests zu tun. Ganz am Anfang hatten wir keine Tests im Blatt. Nach zwei Jahren begannen wir damit, hatten aber kein Geld dafür. So haben wir entschieden, die Tests mit Anzeigen in beschränktem Mass, nämlich bis maximal einem Viertel des Heftumfangs, zu finanzieren. So bezahlen die Hersteller und Importeure die Tests, und nicht die Abonnenten.

KT: Kann im «K-Tipp» inserieren, wer will?
Schuhmacher:: Es gibt eine Liste von Bedingungen, die ein Inserat erfüllen muss, damit es bei uns veröffentlicht wird. Es kommt keine irreführende Werbung ins Blatt, keine Werbung, welche die Unwissenheit oder Unerfahrenheit der Leute ausnützt. Ausserdem legen wir bei der Gestaltung Wert darauf, dass Anzeigen und Redaktionelles klar auseinan­dergehalten wird. Wir werden auch die Titelseite nie mit Werbung ummanteln. Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, wenn die Verleger dem Druck der Werbewirtschaft immer stärker nachgeben und die Leser für dumm verkaufen. Die Vermischung von Werbung und redaktionellen Inhalten in den Zeitungen und Zeitschriften war noch nie so gross wie heute.

KT: Mit diesen restriktiven Bedingungen dürfen Sie wohl nicht mit allzu vielen Inserenten rechnen?
Schuhmacher:: Das ist so. Der Werbemarkt ist mir teilweise ohnehin ein Rätsel. Mir scheint, er agiert nicht sehr rational. Auflagezahlen oder das Preis-Leistungs-Verhältnis scheinen keine dominante Rolle zu spielen: Der «K-Tipp» hat die grösste Auflage der abonnierten Zeitschriften und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man die Tausend-Leser-Zahlen anschaut. Wenn es nach Preis und Leistung ginge, müsste der «K-Tipp» für die Werber begehrter sein. Aber Anzeigen sind offenbar mindestens zum Teil auch eine Belohnung für unkritische Berichterstattung. In diesem Jahr werden wir möglicherweise weniger Anzeigen von Versicherungen erhalten.

KT: «K-Tipp» und «Saldo» haben zwar eigene Entstehungsgeschichten, decken aber die gleichen Themen ab. Warum legen Sie sie nicht zusammen?
Schuhmacher:: Mit den beiden Zeitschriften sprechen wir ein unterschiedliches Publikum an. Der «K-Tipp» als grösste Publikumszeitschrift spricht alle Kreise an, «Saldo» hat eine deutlich kleinere Leserschaft mit überdurchschnittlicher Ausbildung, die überdurchschnittlich gut verdient. Es sind vor allem Ein- und Zweipersonenhaushalte in der Stadt und der Agglomeration, wenig Familien.

KT: Der neue «Kulturtipp» unterscheidet sich kaum vom alten «Radiomagazin», ausser dass er mehr Seiten hat. Weshalb waren Sie so zurückhaltend?
Schuhmacher:: Das hat zum Teil finanzielle Gründe. Wir sprechen hier von einem Budget von 1,5 Millionen Franken im Jahr – bei 26 Ausgaben. Das lässt keine grossen Sprünge zu. Ausserdem machten wir gute Erfahrungen mit langsamen redaktionellen Weiterentwicklungen.

KT: Sie sind neu als publizistischer Leiter im Impressum des «Kulturtipp». Werden Sie inhaltliche Akzente setzen?
Schuhmacher:: Ich werde wie bei den anderen Publikationen inhaltlich beraten. Ich bin ziemlich kultur­interessiert. Und die Redaktion ist derart klein, dass man auf jeden einzelnen Mitdenker angewiesen ist. Es ist sicher eine schwierige, herausfordernde Aufgabe, neue Leser zu finden. Aber wir sind zuversichtlich: Da die Kulturberichterstattung in den Tageszeitungen abgebaut wurde, können wir vielleicht hier eine Lücke füllen.

KT: Man hört immer wieder aus Ihren Redaktionen: Der Schuhmacher ist überall dabei, quasi als Super-Chefredaktor. Wie sehen Sie sich?
Schuhmacher: Ich bin nur Hobby-Journalist und Hobby-Verleger. Meine Biografie klärt einiges: Nach dem Jusstudium habe ich mein journalistisches Rüstzeug bei der «Tat» geholt, im Leserdienst und mit Wirtschaftsthemen, dann war ich bei «Tagi Persönlich», dem Leserdienst des «Tages-Anzeigers». Als die Routine zu gross wurde, gründete ich mit meinem damaligen Tagi-Kollegen Hanspeter Thür ein Anwaltsbüro. Aber eigentlich habe ich bis heute noch nicht wirklich entschieden, ob ich lieber Journalist oder Anwalt sein will. Zwei Herzen sind in meiner Brust oder mindestens zwei Herzkammern (lacht). Die Kombination beider Berufe hat auch Vorteile: Als Anwalt kann man höchstens im Einzelfall etwas bewirken. Die Wirkung der Leserberatung im «K-Tipp» hingegen geht in die Breite. Ich lerne noch immer jeden Tag dazu. Und solange das so ist, macht mir der Job Spass. Der Tag hat 24 Stunden, das ist mein grösstes Problem. Aber ich habe mich damit abgefunden (lacht) und mache ausreichend Ferien. Im Ernst: Meine Präsenz auf den Redaktionen ist nicht so gross, wie Sie in der Frage angetönt haben.

KT: Handeln Sie mit Ihrem Verlag und den Publikationen vor einem ideologischen Hintergrund?
Schuhmacher:: Ich glaube nicht, dass es mit Ideologie zu tun hat. Ich habe seit 1978 Fragen aus dem Leserkreis beantwortet, dann habe ich Ratgeber geschrieben und war Anwalt. Konsumentenverträge und Arbeitsverträge sind mein juristisches Hauptgebiet. Ich sehe, wo die Leute der Schuh drückt. Die Pensionskasse ist ein typisches Beispiel. Man kann sagen, wir seien auf dem Helfertrip. Ich sage: Unser Job ist die Beratung, und wir versuchen den Leuten, die sich nicht selbst gegen wirtschaftlich Stärkere wehren können, Tipps zu geben.

KT: Wegen der Berichterstattung vor allem im «K-Tipp» gab es ja einige Prozesse. Das kostet, selbst wenn man Recht erhält.
Schuhmacher:: Wir hatten das ganz grosse Glück, dass wir seit 1991, also seit der Gründung des «K-Tipp», noch nie Schadenersatz oder Genugtuungen bezahlen mussten. Vielleicht ist es aber nicht nur Glück, sondern hat auch etwas mit Sorgfalt zu tun. Ich lese die Zeitschriften, bevor sie in Druck gehen.

KT: Alles?
Schuhmacher:: Weitgehend alles. Das spart uns pro Jahr vielleicht 500’000 Franken Anwaltskosten. Denn das Gebiet, auf dem wir publizieren, ist sehr «schadensgeneigt», wie die Juristen sagen. Wenn wir über ein Unternehmen, eine Dienstleistung oder eine Ware etwas Unrichtiges verbreiten, kann der materielle Schaden sehr gross sein. Dessen sind wir uns bewusst. Wir müssen deshalb journalistisch sehr genau arbeiten, und das gelingt uns offenbar. So wurde noch jede Klage gegen einen Test abgewiesen.

KT: Wenn Unternehmen erfahren, dass im «K-Tipp» über sie berichtet wird, melden sich dann deren Anwälte bei Ihnen?
Schuhmacher:: Wir haben häufig Anwaltskontakte, pro Jahr etwa in rund 40 Fällen. Zum Beispiel bei Tests, denn die Hersteller erhalten die Ergebnisse vor der Veröffentlichung. Wenn sie sehen, dass sie nicht so gut dastehen, sind einige wenige versucht, die Veröffentlichung zu unterbinden. Meistens sind es aber Gegendarstellungs- oder Schadenersatzbegehren, die nicht erfolgreich sein können, weil die gesetzlichen Voraussetzungen dafür fehlen. Bei unseren Redaktorinnen und Redaktoren ist das Sensorium in Sachen Persönlichkeitsverletzung und unlauterer Wettbewerb gut entwickelt.

KT: Machen Online-Angebote im Bereich Konsumenteninfo und -beratung Ihren Zeitschriften das Leben schwer?
Schuhmacher:: Bis jetzt glücklicherweise noch nicht. Aber sie machen es auch nicht leichter. Auch wir verbessern unseren Service online laufend, aber er läuft insgesamt noch auf kleiner Flamme. Ich hätte nichts dagegen, wenn wir unsere Leser übers Netz erreichen könnten und sie bereit wären, dafür zu bezahlen. In unserem jetzigen Budget machen Vertriebsgebühren etwa einen Drittel aus, dazu kommt ein weiteres Drittel für Druck und Papier. Wenn wir über Internet liefern könnten, könnten wir die Leute billiger bedienen. Aber sie müssten eben bereit sein zu bezahlen, und das ist heute noch ein Problem.

KT: Wie sehen Sie Ihre eigene Zukunft: Gibt es den Verlag so lange, wie Sie hier arbeiten?
Schuhmacher:: Ich glaube nicht, dass der Verlag von meiner Person abhängig ist. Wir haben viele gute Leute in unserem Betrieb, darunter langjährige Mitarbeiter. Ich bin nur Teilzeit-Verleger und Teilzeit-Journalist, deshalb glaube ich, dass ich sogar vom Tram überfahren werden könnte, ohne dass der Verlag zusammenbricht. Die Leser sind treu, die Mitarbeiter kompetent, wir sind gut organisiert. Aber wir haben das Problem eines jeden KMU, dass die Nachfolge der Gründergeneration rechtzeitig geplant werden muss. Dessen sind wir uns bewusst.

KT: Sie haben sicher einen Ratgeber dazu.
Schuhmacher:: (lacht) In unserem KMU-Ratgeber gibt es ein Kapitel zum Thema, wie man die Nachfolge richtig organisiert. Es ist eine gute Idee, das Kapitel wieder einmal zu lesen.

Das Gespräch führten Bettina Büsser und Nick Lüthi am 25. Januar in Zürich.

Das Zeitschriftenimperium des René Schuhmacher

bbü./ René Schuhmacher, 56, ist Verwaltungsratspräsident der Konsumenteninfo AG. Nach dem Ausscheiden von SF-Direktor Ueli Haldimann­ gehören dem Verwaltungsrat noch Hans-Ulrich Stauffer, Anwalt und Pen­sionskassen-Spezialist, Matteo Cheda, Herausgeber der Tessiner KonsumentInnenzeitschriften «Spendere Meglio», «L’Inchiesta» und «Scelgo Io», sowie Yvonne Keller, Finanzchefin und Verlagsleiterin, an.
Nach einem Jusstudium arbeitete Schuhmacher bei «Tat» und «Tages-Anzeiger» in der LeserInnenberatung. Danach gründete er eine Anwaltskanzlei und wurde Herausgeber. Heute gehören zur Konsumenteninfo AG die Zeitschriften «K-Tipp», «Saldo», «K-Geld», «Gesundheitstipp» (früher «Puls-Tipp»), «Haus&Garten», «Kulturtipp» (früher «Radiomagazin»), «Plädoyer», «Bon à savoir» und «Tout compte fait». Den Grundstein zu seinem Verlag legte Schuhmacher 1991 mit dem «K-Tipp», 1994 kam der «Puls-Tipp» dazu. Die Zeitschriften arbeiteten mit den Sendungen «Kassensturz» respektive «Puls» des Schweizer Fernsehens zusammen. 1996 stiegen Urs P. Gasche und Hans Räz beim «Kassensturz» aus und wurden Schuhmachers Partner. 1999 kam es zum Streit; Schumacher blieb zwar Aktionär, gründete aber «Saldo» als Konkurrenz zum «K-Tipp». Später näherte man sich wieder an; mittlerweile sind Räz und Gasche bei der Konsumenteninfo AG ausgestiegen.

1. März 2010 von Nick Lüthi

Editorial: Tickerisierung des Journalismus

Bild: Manu Friederich

Je schneller, desto aktueller: Was Radio und Fernsehen mit der Möglichkeit zur Liveübertragung recht ist, kann dem Journalismus im Netz nur billig sein. Und billig ist er, dieser moderne­ Echtzeitjournalismus, der vorzugsweise­ als sogenannter Live-Ticker in Erscheinung tritt. Was bei der Berichterstattung über Sportveranstaltungen sinnvoll sein kann, nämlich nüchtern Abschnittszeiten, Zwischenresultate oder Spielzüge im Telegrammstil zu vermelden, ohne die Sportfans mit halbgaren Analysefragmenten zu langweilen, nimmt andernorts dadaistische Züge an: Live-Ticker zum Jungfernflug des Militärtransporters A400M, Live-Ticker von der Medienkonferenz des Bundesrats, Live-Ticker zu Sarkozys Rede am WEF, Live-Ticker hier, Live-Ticker dort. Kein Ereignis ist mehr sicher vor journalistischem Hilfspersonal, dessen Fähigkeiten sich darin erschöpfen, möglichst schnell runterzutippen, was es gerade hört und sieht, das Textschnippsel mit einer Zeitmarke zu versehen und raus in die weite Welt zu blasen – hier rein, dort raus, und meist nicht einmal fehlerfrei.
Nun ist der Ticker keine neue Erfindung, sondern gehört zur Grundausstattung einer Nachrichtenredaktion. Agenturen liefern seit jeher einen permanenten Newsfluss, doch käme es niemandem in den Sinn, diesen ungefiltert dem Publikum zuzumuten. Sogar journalistisch ambitionslose Gratiszeitungen leisten immerhin den Aufwand der Auswahl. Mit der Tickerisierung des Online-Journalismus wird nun gleichsam unverdautes Rohmaterial dem Publikum auf den Bildschirm «gekötzelt». – «13.56 Uhr: Das Flugzeug wird wieder kleiner. Es befindet sich auf einer letzten Schlaufe. 14.00 Uhr: Das Flugzeug befindet noch 11 nautische Meilen entfernt. Es ist bereits zu sehen.» – Vollends absurd erscheint das Tun dann, wenn das Ereignis gleichzeitig via Radio oder TV live übertragen und damit das Publikumsbedürfnis, direkt mitverfolgen zu können, was geschieht, ungleich besser befriedigt wird. Das Instantgeschreibsel bietet gegenüber den audiovisuellen Medien keinerlei Mehr-, sondern nur einen Minderwert.
Es bleibt zu hoffen, dass sich diese relative junge Darstellungsform von selbst überleben wird, sobald die naive Begeisterung für das technisch Machbare – schaut her, wir sind live dabei! – nachlässt und die dafür verschwendeten Ressourcen wieder in die Kernaufgaben des Journalismus investiert werden: weniger Reflexe, mehr Reflexion.

22. Februar 2010 von Klartext

Was wir heute lesen

«Wir fühlen uns verraten und verkauft» | work Zeitung
Einen Ausbau ihrer Presseagentur hatte man den Journalisten versprochen – und neue Visitenkarten. Stattdessen erhielten sie den blauen Brief.

Der Kampf um den NZZ-Verwaltungsrat ist eröffnet | medienspiegel.ch
Nun wissen wir’s: Nicht Philippe Gaydoul, wie an dieser Stelle spekuliert, sondern Alex Seidel und Urs Ledermann heissen die Kandidaten der «Freunde der NZZ» für den NZZ-Verwaltungsrat.

BBC sagt: Social Media muss sein | bernetblog.ch
Der neue Chef von BBC World Services nimmt kein Blatt vor den Mund: Social Media muss sein. Twitter, Facebook und Blogs verändern Recherche, Publikation und Geschwindigkeit.

«Es gibt eine Bereitschaft, im Netz zu zahlen» | sueddeutsche.de
Peter Sunde über sein Bezahlsystem Flattr und seine Erfahrungen bei der Tauschbörse The Pirate Bay.

Aktuelles Heft

Ausgabe: 4 | 2010 Die Themen:
  • Heller, der Heftlimacher
  • Service Zukunft mit SR DRS
  • Bilderstreit, nächste Runde