11. Juli 2007 von Bettina Büsser

“Ist das so schlimm?”

SF DRS informiert – und unterhält. Und tut offensichtlich zunehmend beides gleichzeitig. Dennoch meint Chefredaktor Ueli Haldimann, dass er heute TV-Information nicht anders definieren würde als noch vor fünf Jahren.

Es reizt einen schon, düster “Quo vadis, SF DRS?” zu orakeln. Nachdem sich das Schweizer Fernsehen jahrelang zurückgehalten hat, sehen wir nun Gotthelf-Families im Mist, smslen (wenn es blöd läuft, auch noch vergebens) für die Miss Schweiz, lassen uns zwar nicht elektri- aber immerhin endemolisieren bei “Deal or No Deal” – und auch “Music Star” kommt bald wieder, bald wiiiiieder ins Haus.

Weiteres “Format” eingekauft
Und schon dräut am Horizont das nächste “Format”: Jürg Marquard ist ab nächsten Frühling Donald Trump in “The Apprentice” bzw. “Traumjob – nur einer kann gewinnen”. Die zwölf “Traumjob”-KandidatInnen werden vor den SF-DRS-Kameras um einen 200’000-Franken-Job im Marquard-Medienimperium kämpfen. Marquard will zwar nicht ganz so brutal sein wie Trump (“You’re fired”), aber jemand wird ihm schon beibringen, dass es bei solchen “Formaten” eben “meh Dräck” braucht.
SF-DRS-Direktorin Ingrid Deltenre findet laut SF-DRS-Pressedienst gar: “‚Traumjob‘ vermittelt wirtschaftliche Zusammenhänge auf unterhaltende und trotzdem informative Art.” Schulfernsehen im Jahre 2004? Aber lassen wir das. Quengeln übers Fernsehprogramm ist altmodisch, retro und disqualifiziert die Quenglerin. Schliesslich finanziert sich SF DRS zu einem hübschen Teil aus der Werbung (junges Zielpublikum!) und nicht aus Gebührengeldern.
Immerhin gibts die Information, denkt sich die Zuschauerin; beim Flaggschiff von SF DRS dürfte es wohl anders aussehen. Aber nein: Damit auch niemand “Traumjob” verpassen wird, hat am Tag der entsprechenden SF-DRS-Pressekonferenz die Info(-tainment)-Sendung “10 vor 10″ darüber berichtet – und zwar ziemlich ausführlich. “10 vor 10″ stellte nicht nur das Sendungskonzept vor, sondern liess auch a) Jürg Marquard sich freuen b) Ingrid Deltenre sich freuen und c) Ingrid Deltenre sich dazu äussern, ob sie sich denn auch bei “Traumjob” beworben hätte, als sie noch tief unten auf der Karriereleiter stand (sie hätte nicht). Da kann sich die gebührenzahlende Zuschauerin durchaus fragen, weshalb sie die Informationssendung “10 vor 10″ schaut.

“10 vor 10″: Patzer und Pannen
Überhaupt “10 vor 10″. Nachdem die Sendung einen fingierten Abschiedsbrief jenes Mannes gezeigt hat, der in der ZKB zwei Menschen umgebracht hatte, fragt sich, wie ironisch die Beschreibung der Sendung auf der Homepage von SF DRS gemeint ist: “‚10 vor 10‘ berichtet über die wichtigsten Themen des Tages und deren Hintergründe, profiliert sich mit Hintergrundreportagen, leistet Zusatzrecherchen und präsentiert überraschende Einfälle – ‚10 vor 10‘ ist in der öffentlichen Debatte ein Referenzpunkt.” “Überraschende Einfälle” – das war bei der ZKB-Amok-Geschichte sicher der Fall, und dass “10 vor 10″ danach zum “Referenzpunkt” der öffentlichen Debatte wurde, ist auch kein Wunder.
Wenig später folgte der “10 vor 10″-Bericht über einen Mirage-Absturz in den siebziger Jahren, in dem nicht ganz klar wurde, ob Armee-Chef Christoph Keckeis damals am Steuerknüppel sass (er sass nicht, wie ein Telefon des Keckeis-Sprechers während der Sendung klarstellte). Ueli Haldimann, Chefredaktor SF DRS, Leiter der Abteilung “Information” und stellvertretender Fernsehdirektor, musste, nachdem er in der ZKB-Geschichte bereits “10 vor 10″-Redaktionsleiter Klaus Vieli und dem für den Beitrag zuständigen Produzenten einen Verweis erteilt hatte, wieder zu “10 vor 10″ Stellung nehmen. Diesmal gab es keinen Verweis, aber immerhin fand Haldimann die Formulierung im Keckeis-Bericht “missverständlich”. Und will im Moment zu den beiden “10 vor 10″-Patzern nichts mehr sagen: “Ich habe”, teilt er KLARTEXT mit,* “in beiden Fällen öffentlich gesagt, was ich nach aussen dazu sagen möchte (in der SMD nachzulesen). Über weitere interne Massnahmen spreche ich nicht, da sie wie der Ausdruck sagt intern sind.” Der SMD (Schweizer Mediendatenbank) entnimmt die geneigte Leserin, dass Haldimann bei der Abschiedsbrief-Geschichte von einem doppelten “groben Fehler” sprach – den Brief “nachzustellen” einerseits und ihn nicht entsprechend zu kennzeichnen andererseits –, das Ganze als klaren Verstoss “gegen unsere publizistischen Leitlinien” qualifizierte und ausser den Verweisen “verschiedene Massnahmen” veranlasste.

Konkurrenzdruck soll nicht schuld sein
“Aber es stimmt, dass ‚10 vor 10‘ heute ein Imageproblem hat”, räumte Haldimann laut SMD/”Tages-Anzeiger” ein. Auf die KLARTEXT-Frage, ob er ZKB- und Keckeis-Geschichte als “Einzelfälle” betrachte, verweist Haldimann wieder auf seine SMD-Antwort. Und die Frage, ob solche Geschichten nach seiner Ansicht mit Konkurrenzdruck zu tun hätten, beantwortete er kurz und bündig mit “Nein”.
Ebenso kurz und bündig sein “Nein” auf die Frage, ob er TV-Information anders definieren würde als noch vor fünf Jahren. Das mag die SF-DRS-Zuschauerin erstaunen, die doch hie und da auf die Idee kommt, die TV-Information stehe unter einem gewissen Boulevard-Druck. Und die feststellt, dass Berichte der Info-Gefässe von SF DRS in letzter Zeit hie und da zu Beanstandungen und Diskussionen Anlass geben. Ende September hat die Ombudsstelle DRS eine Beschwerde gegen die “Tagesschau”-Berichterstattung über die FDP-Landsgemeinde gutgeheissen. Und der “Rundschau”-Bericht über jugendliche Autoraser hatte Konsequenzen auf verschiedenster Ebene.

“Nicht langweilen” als oberstes Prinzip
“Auch die ‚Rundschau‘ hat zu reden gegeben (Rasergeschichte, mehrere Beschwerden bei UBI/Presserat) – gibt es einen Trend in der TV-Information, die Grenzen auszureizen?”, fragte deshalb KLARTEXT Ueli Haldimann. Seine Antwort: “Es war nie unsere Absicht, einen Journalismus zu machen, der keine Reaktionen auslöst. Journalismus darf eines nicht: langweilen. Ich erinnere mich an Zeiten, da dieses Prinzip auch für den KLARTEXT galt. Von da her ist es nicht a priori ein schlechtes Zeichen, wenn unsere Beiträge ‚zu reden geben‘ oder wenn es Beanstandungen gibt.” In Sachen “Rundschau” seien zahlreiche Beschwerden an Ombudsmann, Presserat und UBI abgelehnt worden; ein UBI-Entscheid sei noch nicht rechtskräftig. Und: “Die Raser-Geschichte war, zu einem Zeitpunkt, da alle über Raser-Unfälle sprechen, ein hervorragender und sehr aufschlussreicher Einblick in eine Szene, zu der die Öffentlichkeit bis jetzt keinen Zugang hatte. Das hat in diesem Land noch keine Redaktion geschafft.”
Gut, okay, im Vergleich zu “Rundschau” und “10 vor 10″ ist KLARTEXT wohl wirklich langweilig, er müsste halt die Themen stärker an Personen aufhängen. Wie SF DRS, das vor kurzem entschieden hat, die Sendung “Reporter”, die bisher einmal monatlich ausgestrahlt wurde, neu wöchentlich zu bringen. “‚Reporter‘ ist eine Sendung, die sehr stark auf Menschen fokussiert – ist das ein Trend?”, fragte KLARTEXT Chefredaktor Haldimann – und erhielt folgende Artwort: “Ich nehme zur Kenntnis, dass KLARTEXT auch da einen kritischen Unterton reinbringt. Ja, ‚Reporter‘ erzählt eine Geschichte häufig, indem ein Mensch in den Mittelpunkt gerückt wird. Ist das so schlimm? Das ist nicht ein Trend, sondern ein Grundmuster des Journalismus und insbesondere des Fernsehjournalismus.”
Menschen, neudeutsch People, stehen künftig auch im Vorabendprogramm mehr im Mittelpunkt. Denn neben einer “Game-Show” erwartet das SF-DRS-Publikum ab Ostern 2005 ein eigenproduziertes “People-Magazin”. Für die “Game-Show” ist (logischerweise) die Abteilung “Kultur und Unterhaltung” verantwortlich, für das “People-Magazin” (logischerweise?) die Abteilung “Information”. Ein “People-Magazin” als “Informations”-Aufgabe? “Bei der Produktion der Sendung ergeben sich durch die Ansiedlung in der Nähe der aktuellen Sendungen erhebliche Synergien (Dispo, Schnitt, Equipen, Studio)”, meint Haldimann: “Zudem hat die Abteilung ‚Kultur und Unterhaltung‘ keine Infrastruktur, keine Tradition und keine Routine im Produzieren von tagesaktuellen Sendungen.” Also sind es quasi technische Gründe, die das unterhaltende”People-Magazin” in die “Information” treiben. Wo es sich, wie es scheint, ganz gut einfügen wird. Und, wer weiss, wenn dann die “Synergien” spielen, noch viel besser.

11. Juli 2007 von Ursula Ganz-Blättler

Interaktiver Kommerz

Der Fernseher wird zum interaktiven Spielzeug.Der Unterhaltungssektor ist für SFDRSdas Spielfeld für neue Entwicklungen und Anwendungen.

Ganz früher beschränkte sich die Interaktivität beim Fernsehen darauf, das Gerät per Knopfdruck ein- und irgendwann wieder auszuschalten. Inzwischen visieren die Medienverantwortlichen den “aktiven Zuschauer” an, der die Botschaften des Mediums nicht etwa passiv über sich ergehen lässt, sondern gezielt auswählt und sinngemäss interpretiert beziehungsweise das Gesehene in individuelle und personalisierte, also durchaus auch “massgeschneiderte” Bedeutungsstrukturen umsetzt.
Ein sicheres Indiz für den schleichenden Medienwandel vom Fernsehen zum Nahsehen und vom Fernsehapparat zum aufwändigen Spielzeug ist die Anzahl der Geräte plus der in Anspruch genommenen Dienstleistungen, die es heute braucht, um als FernsehnutzerIn interaktiv präsent zu bleiben: Ein Telefon mit Festnetzabonnement oder wahlweise ein Mobiltelefon mit Abonnement und SMS- oder MMS-Funktionen, um aus den zur Wahl stehenden KandidatInnen rechtzeitig die persönliche Favoritin ins Rennen zu schicken beziehungsweise zu kippen. Ein Internetanschluss mit Abonnement, um keine Updates der zum Fernsehprogramm gehörenden Website, keine Bestellung von Lizenzware, keine Einladung zum Studiobesuch sowie keine Gespräche und “blogs” der weit verstreuten Fangemeinde zu verpassen. Eine Spielkonsole mit passender Software, um das zum Programm lieferbare elektronische Game auf den Bildschirm zu laden. Ein Los der Schweizerischen Landeslotterie, um bei der entsprechenden Partnersendung kandidieren zu können. Und eine Kreditkarte, um alles zu bezahlen.
Während sich im Informationsbereich die Medienkonvergenz* hauptsächlich, und funktional sinnvoll, als Plattformwechsel abzeichnet (Fernseh-Inhalte auch übers Internet), ist das eigentliche Spielfeld für neue technische Entwicklungen und entsprechende Anwendungen der Unterhaltungssektor. Längst haben Fiktionsformate wie “Lüthi und Blanc” ihre eigene Website mit Links zu den besonders rührigen Fanclubs. Dasselbe gilt für neuere Reality-Formate wie etwa das im Rahmen von “Schweiz Aktuell” lancierte “Leben wie zu Gotthelfs Zeiten”.
“Interaktivität” heisst offensichtlich auch das Zauberwort bei der SF-DRS-Chefin Ingrid Deltenre, wenn es um zahlreiche neue und mittelfristig in Aussicht gestellte neue Unterhaltungssendungen geht. Damit einher geht, zwar von offizieller Seite kleiner geschrieben, der Begriff der Kommerzialität, ohne die offenbar im Zeitalter der Medien- und Systemkonvergenzen nichts (mehr) geht. Schaut man sich die Liste der aktuellen und der geplanten Sendevorhaben an, so ist nichts darunter, was tatsächlich “nur” und ausschliesslich die Handschrift von Studio Leutschenbach trüge – und es findet sich auch nichts darunter, was speziell auf Service-public-Leistungen verweisen würde. Dem Alphabet nach:
AA.VV (neue Sitcom, mit populären Schauspielern): Nachdem die Absetzung der beliebten Serienkomödien mit Bedauern und Unverständnis aufgenommen wurde, setzt Ingrid Deltenre wieder auf wöchentliches Volkstheater und Schenkelklopfen zur besten Sendezeit. Interaktiv ist die Möglichkeit, bei den Fernseh-Aufzeichnungen mit dabei zu sein, inklusive Gratis-Imbiss und humoristisch unterlegter Aufwärmphase. Lukrativ für den Sender ist die Aussicht auf ausgiebige, mit Herzblut betriebene Fan-Aktivitäten, die sich mit einiger Sicherheit auch in fanbezogenen Lizenzprodukten und neu auch Kaufkassetten sowie DVDs niederschlagen werden.

BIANCA – WEGE ZUM GLÜCK (Telenovela): Bei dieser Koproduktion mit ZDF und ORF handelt es sich um ein programmliches Risiko, allerdings eines mit vorsorglich eingeschränktem (vorwiegend weiblichem) Zielpublikum. “Telenovelas” sind die typisch lateinamerikanischen Langzeitserien, die im Gegensatz zu den besser bekannten “soap operas” von Anfang an auf eine feste Episodenzahl (hier: 200) und eine unausweichliche narrative Schliessung hinsteuern. Unentbehrlich für solche Fernsehromane sind heftige Liebesbeziehungen und ebenso heftige Klassengegensätze. Interaktiv ist die Aussicht auf heftigste Auseinandersetzungen zwischen Serienfans und Serienhassern auf allen nur möglichen medialen Plattformen … und lukrativ allenfalls die Aussicht auf weitere Telenovelas als Erweiterung der hauseigenen Produktepalette, sofern das Genre tatsächlich Fuss fassen kann.

DEAL OR NO DEAL (Spielshow): Während das betuliche “Benissimo” gerade eben ein Facelifting in Form eines neuen Studiodekors erhalten hat, setzt SF DRS mit der weit aggressiveren Abzocker-Sendung vom Mittwochabend auf ein jüngeres und konsumorientiertes Publikum. Partnerin ist auch hier die Swisslos, die Interkantonale Landeslotterie mit Sitz in Basel, und im Zentrum der (Inter-)Aktivitäten stehen die im April letzten Jahres lancierten, für zehn Franken zu erwerbenden “Risiko”-Rubbellose. “Deal or No Deal” ist die einzige unter den aktuellen SF-DRS-Unterhaltungssendungen mit einer holländischen Endemol-Lizenz. Ach ja, und der Spielleiter bei SF 1 heisst …

MISS-SCHWEIZ-WAHL (jährliches Event, wie die 1-August-Feier landesweit ausgestrahlt): … Roman Kilchsperger: Populäre Quizmaster sind ein unentbehrliches Ingrediens des “neuen” Fernsehens, weil sie als Aushängeschilder des Senders taugen. Mit Kilchsperger verfügt Ingrid Deltenre über einen Gastgeber, der den nötigen Charme und die Schlagfertigkeit mitbringt, um sowohl ältere wie jüngere ZuschauerInnen an den Sender zu binden. Und wenn hier statt von der neuen Miss Schweiz vom “Macho vom Dienst” die Rede ist, dann deshalb, weil dieser im Gegensatz zur ersteren unverwechselbar und damit programmübergreifend kompatibel zu sein hat. Zur Sendung selbst: Interaktiv ist an solchen Wahlen einfach alles, von der vorgängigen Bestimmung der eigenen Favoritin – bei überwältigender medienübergreifender Präsenz kein Problem – bis hin zur Publikumswahl. Dass ausgerechnet in diesem Jahr die SMS-Voten zu einem Fehlergebnis führten, wirft allenfalls ein Schlaglicht auf die noch wenig zuverlässige Technik. Und zur Lukrativität: Wem es tatsächlich noch nicht aufgefallen ist, dass die Miss-Schweiz-Wahl ein kommerzielles Grossereignis ist, der mag sich gewundert haben über die nahtlosen Konvergenzen zwischen dem Service-public-Anbieter, den Printprodukten aus dem Hause Ringier, dem Schuhmode-Hersteller als Hauptsponsor und zahlreichen Neben- und Neben-Neben-Sponsoren. Und nicht zu vergessen …

MUSIC STAR II (Casting-Show, neu mit Wohngemeinschaft): … Arabella Kiesbauer. Keine Casting-Show kommt aus ohne JurorInnen mit Herz und Schnauze. Wohl mag der umtriebigen Arabella bei der Erstauflage des überwältigend populären “Music Star” der Retro-Rocker Chris von Rohr als Mit-Juror die Show gestohlen haben – aber sie war da bei der Miss-Schweiz-Wahl. Und im Werbespot davor und dazwischen und danach auch. Und sie wird wieder da sein bei der Neuauflage der SängerInnen-Suche. Kein Unterhaltungsformat ist im Übrigen so interaktiv wie dieses, denn es werden sowohl KandidatInnen “wie du und ich” benötigt, dazu aber auch SupporterInnen im Studio, SupporterInnen an der lokalen Heimfront, SupporterInnen im Internet und endlich aktive PlattenkäuferInnen. Lukrativ ist, bei vergleichsweise hohen Investitionen, in erster Linie die Zusammenarbeit mit einem Musikproduzenten – aber nur dann, wenn die Songs von TeilnehmerInnen auch wirklich in den Charts landen. Bleibt zu erwähnen, dass die Neuauflage von “Music Star” eine gemässigte Form von ständig beobachteter Wohngemeinschaft vorsieht und damit …
TRAUMJOB – NUR EINER SCHAFFT ES (Casting-Show, mit Wohngemeinschaft): … zusätzliche “Sendezeit”. Eine solche Wohngemeinschaft mit weiter gehenden Einblickmöglichkeiten sieht auch “Traumjob” vor, ein vom amerikanischen Vorbild “The Apprentice” inspiriertes Job-Such-Programm. Natürlich geht es hier nicht um irgendeinen Job, sondern um eine Kaderposition, notabene im Mediensektor. Und der “Chef”, der als Hauptjuror tätig sein wird, um eigenhändig zu hiren oder aber zu firen, heisst Jürg Marquard und ist, den eigenen Worten zufolge, ein echter self-made man. Einst Gründer des Jugendmagazins “Pop” und nebenbei Moderator der DRS-Radio-Hitparade, war er zwischenzeitlich vor allem in Osteuropa als Verleger tätig – und kehrt jetzt in den Schoss des Service public zurück, um daselbst in eigener Sache zu zeigen, wie man den Mediensektor umkrempelt und was es dazu an Charaktereigenschaften braucht … Interaktiv? Ja, gewiss. Lukrativ? Aber sicher. Und notabene ist das Format der öffentlich ausgestrahlten Kaderstellensuche vielleicht das ehrlichste, gewiss aber auch das “privateste” überhaupt – wann hat man denn je die Herren, die sonst hinter den Kulissen Federn und Klingen führen, vor der Kamera fechten gesehen – heissen sie nun Marquard oder Trump?

Wie die Zusammenstellung zeigt, hat SF DRS mit seinen Unterhaltungsprogrammen viel im Sinn. Nichts weniger als den Anschluss an das digitale Informationszeitalter. Und dazu sind die jetzt angekündigten Unterhaltungssendungen erst ein Anfang.

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