10. Juli 2007 von Hans Stutz

“Echo der Zeit” auch am Wochenende

hs./ Ab 31. August/1. September 2002 will Schweizer Radio DRS (SR DRS) die erfolgreiche Informationssendung “Echo der Zeit” auch am Wochenende ausstrahlen. Dies beschloss die Programmleitung Radio Anfang Februar. Sie stützte sich bei ihrem Entscheid auf ein Grobkonzept, das “Echo der Zeit”-Redaktionsleiter Robert Stähli vorgelegt hat. Sie bewilligte auch gleich die erforderlichen Mittel, unter anderem soll die “Echo der Zeit”-Redaktion personell aufgestockt werden. Bei SR DRS verspricht man sich vom Ausbau eigener Stärken einen nachhaltigen Effekt beim Publikum, dies unter dem Motto: “am schnellsten, am meisten Erfolg mit Bewährtem”. In den kommenden Wochen will man beim Radio noch einige heikle Fragen der Umsetzung klären.

10. Juli 2007 von Helen Brügger

Sparschweine

hb./ Freude herrscht bei der Westschweizer Tageszeitung “Le Temps”: Auf Ende Februar ist ein grosses Fest angesagt. Zwar wurden Ende November 16 MitarbeiterInnen entlassen, weitere drei mussten Stellenkürzungen akzeptieren. Das Personal wehrte sich gegen die Entscheide, die ohne vorherige Konsultation mit ihrer Vertretung getroffen worden waren, und verlangte die Aufnahme von Verhandlungen. Das Resultat ist mager: Ausser einer Erhöhung des Sozialplans von 400?000 auf 435?000 Franken konnte die Personalvertretung kaum eine Forderung durchsetzen. Das Resultat befriedige niemanden ausser der Direktion, beklagen sich Betroffene.
Für Eric Hoesli kein Problem: Der dynamische Chefredaktor hatte bereits eine weitere Überraschung in petto. Laut Hoesli-Ukas muss im Monat Februar jeder Mitarbeiter, der einen Orthografiefehler begeht oder durchgehen lässt, fünf Franken in ein Sparschwein werfen. Die “festliche Massnahme” soll mit den Druckfehlern aufräumen; mit den gesammelten Ablässen werde zum Abschluss der Aktion besagtes Freudenfest finanziert. Nur, die undankbaren MitarbeiterInnen verstehen einfach keinen Spass. Sie sehen in Hoeslis “lustiger” Idee eine Strafaktion. Der Personalbestand sei nach den Kürzungen auf dem absoluten Minimum und die MitarbeiterInnen entsprechend überlastet, was fehlerloses Arbeiten nicht gerade fördere, murren sie. Sie beklagen den Mangel an Fingerspitzengefühl ihres Chefs, gleich nach einer Entlassungswelle ? und ein weiteres Mal ohne vorgängige Diskussion! ? solch festliche Übungen durchzuführen. Das Sparschwein, so war jedenfalls zu hören, werde von der Mehrheit der MitarbeiterInnen boykottiert. Vielleicht wird ja, um das Fest zu finanzieren, ein zweites Schwein zwecks festlicher Bestrafung von Chef-Patzern aufgestellt?

10. Juli 2007 von Klaus Bonanomi

Hundertprozentig

kb./ Ein Jahr nach dem Vorstoss der Espace Media Groupe ins Alpen-Réduit, bei dem der Konzern das “Thuner Tagblatt” und den “Berner Oberländer” übernahm und zu Lokalausgaben seiner “Berner Zeitung” machte, wurde an einer Podiumsdiskussion in Thun Anfang Februar Bilanz gezogen. Laut dem Veranstaltungsbericht im “Thuner Tagblatt” gab es “viel Lob und ein wenig Kritik” an der neuen Zeitungssituation; während man sich im Publikum vor allem “um die Platzierung und Menge der Todesanzeigen, um Vereinsanlässe und das Sponsoring von Sportanlässen” sorgte, habe auf dem Podium auch die Frage der Meinungsvielfalt und der Medienkonzentration zu reden gegeben. Doch auch die Frage nach der wirtschaftlichen Zukunft der beiden Oberländer Zeitungen wurde gestellt ? mit Grund, ist doch die Espace Media Groupe finanziell im Moment weit weniger gut gepolstert als auch schon: Der Inserate-Rückgang führt bei der “Berner Zeitung” wie auch beim “Berner Oberländer” zu Entlassungen; für seine Internet-Offensive mit dem Portal espace.ch rechnet der Konzern mit Investitionen von 20 Millionen Franken, und das neue Druckzentrum, das 2004 in Betrieb gehen soll, verschlingt satte 100 Millionen. Schliesslich kostet auch das Experiment “Solothurner Tagblatt”, mit dem der Konzern gegen die “Mittelland-Zeitung” aufrüstet, mehrere Dutzend Millionen Franken. Doch Espace-Media-Konzernchef Albert P. Stäheli gab sich kategorisch: “Das ?Thuner Tagblatt? und den ?Berner Oberländer? wird es mit hundertprozentiger Sicherheit auch in fünf Jahren noch geben.”

10. Juli 2007 von Bettina Büsser

Ohne Ansehen der Person?

bbü./ Wer seine schönsten und besten Artikel noch nicht für den “Zürcher Journalistenpreis” eingereicht hat, wird den Preis in diesem Jahr nicht mehr gewinnen: Die Anmeldefrist ist abgelaufen. Im Mai werden die glücklichen GewinnerInnen geehrt; bis dann muss die hochkarätige Jury ? Andreas Isenschmid, Barbara Bürer, Esther Girsberger, Felix E. Müller, Peter Studer ? also ausgewählen haben. Ob es ihr dabei eine Hilfe ist, dass, wer diesen Preis gewinnen will, eine Kopie des publizierten Artikels einreichen muss? So sieht die Jury nämlich nicht nur den zu bewertenden Artikel, sondern auch a) den Namen der Autorin/des Autors und b) die Publikation, in welcher der Artikel veröffentlicht wurde. Anders als etwa bei Architektur-Wettbewerben werden die Arbeiten nicht anonymisiert. Aber natürlich sitzen (anders als bei Architektur-Wettbewerben?) in der Jury des Zürcher Journalistenpreises lauter Leute, die einen (bekannten) Namen und ein (bekanntes) Layout elegant übersehen und gleich wieder vergessen können. Oder?

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