11. Juli 2007 von Klartext

Gutes tun à la HEKS

bbü./ HEKS, das „Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz“, tut Gutes – weltweit. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei nach eigenem Bekunden bei der „Hilfe für sozial Benachteiligte“. Weniger hilfreich ist das HEKS, wenn es um Praktikumsstellen im HEKS-Kommunikationsteam geht. Das Hilfswerk sucht nämlich PraktikantInnen, die allerlei machen (Schreiben, Redigieren, Medienmappen erstellen, Communiqués verschicken und so weiter) und auch schon allerlei können (das HEKS erwartet ein abgeschlossenes Hochschulstudium, stilsicheres Deutsch, erste journalistische Erfahrungen, Kreativität, Selbstständigkeit, Flexibilität, Belastbarkeit und Organisationstalent). Was aber erwartet die arbeitseifrigen und hoch qualifizierten HEKS-PraktikantInnen lohnmässig? Nichts. HEKS bietet ihnen nämlich „Spesenentschädigung; die Praktika sind unbezahlt“. Um Gottes Lohn also sollen diese jungen Menschen arbeiten – und wahrscheinlich dafür noch dankbar sein. Schliesslich bietet HEKS ihnen „die Möglichkeit, sich für überzeugende Ziele und Aufgaben zu engagieren“. Wer wollte angesichts dieser grossen Aufgaben noch an Banalitäten wie die Finanzierung des täglich Brot denken?

11. Juli 2007 von Klartext

Transparenz à la NLZ

hs./ Bei der „Neuen Luzerner Zeitung“ – im Besitz der NZZ-Gruppe – pflegt man immer wieder einen überraschenden Umgang mit Transparenz und Aktualität. Ein Beispiel: Ende März veröffentlichen Ringier und die NZZ-Gruppe gleichentags ihre Jahreszahlen. Am folgenden Tag berichtet die NLZ auf einer Dreiviertelseite über den Ringier-Erfolg: bestes Jahr in der Firmengeschichte, markant mehr Umsatz, markant mehr Gewinn, nun 67 Millionen. Gerade einmal elf Zeilen verliert man über die NZZ-Gruppe: Gewinnrückgang um 8,2 auf 13,6 Millionen. Und dann folgt noch der Satz: „Den Gewinn ermöglichten die Töchter LZ-Medien-Gruppe und Tagblatt-Medien.“ Ungeschminkter formulierte es die „SonntagsZeitung“ Mitte Januar: „Die ‚Neue Luzerner Zeitung‘ dient der NZZ als Cashcow. Der Chefredaktor des Tochterblatts spart mit harter Hand.“ Dieser Artikel hatte damals in der NLZ-Gruppe Empörung und heisse Köpfe ausgelöst.

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EDITO Ausgabe: 4 | 2017
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