11. November 2010 von Klartext

«Wir können nicht warten, bis alles platt ist»

Kurt Imhof zeichnet ein dramatisches Bild der Schweizer Medienlandschaft. Doch steht es tatsächlich so schlecht, wie der Zürcher Soziologieprofessor im Jahrbuch «Qualität der Medien» festhält? Und welches sind seine Rezepte für eine Hebung der Qualität?
Gespräch: Bettina Büsser und Nick Lüthi; Bilder: Christine Bärlocher

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5. November 2010 von Mario Rubenzer

Aus dem Beruf: Hansi Voigt

Hansi Voigt war schon in fast jedem Bereich des Journalismus tätig. Er findet, dass man sich als junger Journalist am besten einen Namen macht, wenn man sich gezielt auf ein Gebiet konzentriert.


Was ist die wichtigste Fähigkeit eines Chefredaktors?

Meine Rolle als Chefredaktor bei 20 Minuten Online verstehe ich als die eines Fussballtrainers, der das Ziel verfolgt, die Einzeldisziplin Journalismus zum Mannschaftssport zu machen.

Macht „20 Minuten Online“ Boulevard-Journalismus?

Wir versuchen ein Angebot zu erstellen, das informativ und unterhaltend ist. Dazu muss man die richtigen Erzählformen einsetzen. Die Vermittlung von Inhalten etwa in Quiz-Form oder in Bildformaten ist nichts Schlechtes. Wichtig ist, dass man nicht zu seicht wird sondern die Balance hält.

Wie sinnvoll ist eine Journalistenausbildung?

Ich betrachte die Ausbildung als einen Gradmesser dafür, wie ernst es jemand mit dem Berufswunsch Journalist meint. Das Handwerk beherrschen die meisten Absolventen einer Fachhochschule natürlich noch nicht. Da fehlt die praktische Erfahrung, aber die ergibt sich ja dann. Wichtig ist auch das Netzwerk für die Jungjournalisten, das man sich durch die Ausbildung aufbaut und das den Einstieg ins Berufsleben erst ermöglicht.

Wie kann man sich als junger Journalist heutzutage einen Namen machen?

Man sollte sich, wenn möglich, fokussieren und sich einen Fachbereich zulegen und dort Kompetenz aufbauen. Wer in einer bestimmten Sparte Know-How und ein großes Hintergrundwissen hat, ist sehr gefragt und macht sich mit der Zeit selbst zur Marke.

Hansi Voigt begann seine journalistische Karriere beim Lenzburger Bezirksanzeiger. Nach Zwischenstationen bei Radio und Fersehen machte er ein Volontariat in der Wirtschaftredaktion der Basler Zeitung. Voigt arbeitete lange bei “Cash”, das er als Chefredaktor interimstisch leitete. Nach seiner Zeit dort ging er zum “Beobachter” und gewann dort den Zürcher Journalistenpreis und zweimal das Tischfussballturnier der Jean Frey AG. Seit 2006 ist er bei “20 Minuten Online”, seit 2007 als Chefredaktor.

Aktuelles Heft:

EDITO Ausgabe: 4 | 2017
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  • Wie Staatsangestellte investigativen Journalismus ausbremsen
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